Nachrichten
Chaosium - Soziokulturelle Theaterarbeit aus Kassel
25.02.2012
Chaosium - Soziokulturelle Theaterarbeit aus Kassel
Haben Sie schon einmal einen Auftritt des Theater Chaosium erlebt?
Kassel. Wenn Sie das Theater Chaosium erleben, werden Unterscheidungskriterien unwichtig. Zumindest auf der Bühne ist es gut, dass jeder so “verrückt” und so “normal” sein darf, wie es das Stück erfordert. Die gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Psychoseerfahrung ist für die Theatergruppe selbstverständlich. Einer der Schauspieler formuliert es so: „Es gibt hier kein krank oder gesund mehr..“ Seit Jahren betreibt die Einrichtung zwei Ensembles und hat sich nicht nur in der Kasseler Theaterszene einen Namen gemacht. Für die kontinuierliche Arbeit hat man 2006 den Kasseler Kulturförderpreis erhalten. Beide Ensembles erarbeiten jährlich je eine Produktion.

Die Theatergruppe Chaosium bietet eine intensive Auseinandersetzung mit Theater. Der gemeinsame Erfindungsprozess ermöglicht den Spieler/innen persönliche Erfahrungen einzubringen, eigene Ideen und Darstellungsformen zu entwickeln und szenisch umzusetzen. Im Chaosium Dienstagsprojekt spielen in erster Linie Menschen, die stärker in ambulante psychosoziale Hilfsangebote eingebunden sind. Das Dienstagsprojekt hat sich gerade in den letzten Jahren als Geheimtipp in der Kasseler Theaterlandschaft etabliert. Grundlage der Arbeit ist ein Theatertraining in den Bereichen Körper, Bewegung, Stimme, szenisches Spiel und Improvisation. Stücke werden in einer umkreisenden Suche um ein selbst gewähltes Thema bzw. im frei assoziativen Umgang mit literarischen Vorlagen entwickelt.

Chaosium gehört in Deutschland zu einer eher kleinen Gruppe von kontinuierlichen Theaterangeboten, die sich an Menschen mit und ohne Psychiatrie- und Psychoseerfahrungen richten und dabei einen künstlerischen und kulturell-emanzipatorischen Ansatz verfolgen.Weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt, war das Ensemble schon auf internationalen Festivals z.B. in München und Padua vertreten. Im Jahr 2010 feierte Theater Chaosium sein 20jähriges Bestehen mit dem europäischen Festival „Theaterwahn“.

Theater Chaosium
c/o Dirk Radunz – Kantstraße 10 – 34121 Kassel
Teleon: 0561 22838 – mobil: 0172 995 945 8
E-Mail: info@theater-chaosium.de
www.theater-chaosium.de
Bürgerbewegung geht für Betroffene in die Öffentlichkeit
24.02.2012
Bürgerbewegung geht für Betroffene in die Öffentlichkeit
Behörde verschweigt neue Praxis im Abbau des Persönlichen Budgets
Saarbrücken. Wie gemeldet, ist das wichtige psychosoziale Hilfsinstrument des Persönlichen Budgets im Saarland in Gefahr. Das Landesamt für Soziales veröffentlichte am 10.02.2012 Daten, wonach die Zahl der PBs im Saarland heute bei 266 Personen liegt, die diese Möglichkeit der selbstbestimmten Teilhabe nutzen. Von den 266 Budgetnehmern erhalten 252 Frauen und Männer ambulante Hilfen zum selbstbestimmten Wohnen und zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben. Bei 77 Personen liegt eine körperliche oder geistige Behinderung zugrunde, bei 175 Personen liegt eine seelische oder psychische Behinderung vor. Sieben Budgetnehmer haben das Persönliche Budget im Rahmen der allgemeinen Schulbildung gewählt, weitere sieben Personen für ambulante Betreuungsmaßnahmen.

LAS-Direktor Stephan Kolling verlautbart in dieser Information: „Die Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und der Ausbau des Persönlichen Budgets sind wichtige Schritte zur Schaffung einer inklusiven Gesellschaft. Wir sind hier auf einem sehr guten Weg im Saarland.“ Faktisch -und ohne öffentliche Bekanntgabe- praktiziert das Haus seit 2012 aber das Gegenteil: die selbstbestimmte Teilhabe von Budgetnehmern wird abgebaut, man versucht in die grundliegende, gesetzlich verbriefte Wahlfreiheit der behinderten BürgerInnen einzugreifen.

Betroffene, Selbsthilfeorganisationen, Angehörige und berufliche Experten reagierten erneut mit Bestürzung und der verschärften Kritik, die regionale Stelle sei dsbzgl. für das Saarland vielmehr auf den falschen Weg geraten.

Der saarländische Rundfunk interviewte das Bürgerengagement und nahm sich der vehementen Kritik an. Die jüngste Praxis des Amtes hat gerade bei den betroffenen Menschen mit psychischen Behinderungen starke Ängste und Sorgen ausgelöst, wie berichtet wird. Die Kampagne hat eine Presseerklärung erarbeitet, weitere Aktionen sind geplant. Man verweist erneut mit Nachdruck auf den Widerspruch, dass die saarländische Behörde hier mit den aktuellen nationalen und europäischen Vorgaben und Aktionen nicht in Einklang steht. Auch sei das PB immer noch zu wenig genutzt und bekannt. Wenn jetzt die tragischen Einschnitte nicht zurück genommen würden, werde dies das Ende des Persönlichen Budgets, seiner Idee und Umsetzbarkeit bedeuten.

 Kunstpreis „so gesehen“
14.02.2012
Kunstpreis „so gesehen“
Nur noch wenige Tage bis zum Einsendeschluss
Stuttgart. Noch bis zum 24. Februar 2012 können sich KünstlerInnen mit Psychiatrieerfahrung für den mit insgesamt 3.000 Euro dotierten Kunstpreis „so gesehen“ bewerben. Eingereicht werden können nur Werke auf Papier, Vorraussetzung zur Bewerbung ist ein Wohnsitz oder Geburtsort in Baden-Württemberg.
Ziel des Kunstpreises, der dieses Jahr bereits zum zweiten Mal auf dem Landespsychiatrietag Baden-Württemberg verliehen wird, ist auf die hohen, kreativen Potentiale von Menschen mit Psychiatrieerfahrung aufmerksam zu machen. Gleichzeitig möchten die Veranstalter ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung und für gelebte Inklusion setzen.

In der Jury sitzen Vertreter aus der Wissenschaft, den Medien, sowie Kunstschaffende. So zum Beispiel Ingrid Nölle, 1. Vorsitzende von Art-Transmitter und Armin Pangerl, Art-Transmitter Künstler der ersten Stunde. Weitere Jurymitglieder sind Harald Gall, Ministerium Wissenschaft, Forschung, Kunst, Baden-Württemberg, Professor Hartmut Majer, Hochschule Kunsttherapie, Nürtingen und Dr. Thomas Röske, Leiter der Sammlung Prinzhorn, Heidelberg. Gefördert wird der Preis von der Aktion Mensch e.V., der Europäischen Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V.; Projekt Art-Transmitter, der Techniker Krankenkasse Baden-Württemberg und der Kunstakademie U7.

Die Verleihung findet am 16. Juni 2012 im Rahmen des Landespsychiatrietages Baden-Württemberg statt.
www.landespsychiatrietag.de/kunst_preis.html
Termine

15.11.2017
Pop-Up Outsider Art in Rotterdam
Dezember 2017 neues Museum
Rotterdam (Niederlande). In Rotterdam eröffnet Stichting Cultureel Rijk ein temporäres Museum der Outsider Art. „The Pop-Up Grow Big Museum“ zeigt im mehr
02.11.2017
„Kunst und Psychiatrie“-Symposion am 15.11. in Echternach

Echternach (Luxemburg). Wie PSYCHART asbl aus Luxemburg mitteilt, veranstaltet man ein 6. Symposion „Kunst und Psychiatrie“ am 15. November 2017 von 1 mehr
27.10.2017
28.10. – 30.12.2017
"Cuba Outside" in Amsterdam
Galerie Hamer präsentiert derzeit "Cuba Outside", mit Arbeiten von fünf Außenseiterkünstlern des Riera Studio-Ateliers in Havanna. Dies ist mehr