Nachrichten
„Entartete Kunst“ - Traurige Perversion der Kunstfreiheit
16.07.2010
„Entartete Kunst“ - Traurige Perversion der Kunstfreiheit
FU Berlin stellt Werke ins Netz
Berlin. Die gleichnamige Forschungsstelle der FU Berlin hat erstmalig ein Gesamtverzeichnis der 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke erstellt. Das Verzeichnis hat 20.000 Einträge uns ist nun online verfügbar. Von besondere Brisanz dürfte das Verzeichnis für die Nachfahren der aufgeführten Künstler sein, die z.T. heute noch auf Rückgabe der Werke warten.

Die Ausstellung "Entartete Kunst" wurde am 19. Juli 1937 in München eröffnet und zeigte 650 konfiszierte Kunstwerke aus 32 deutschen Museen. Bis April 1941 wanderte sie in zwölf weitere Städte. Sie zog über 3,2 Millionen Besucher an. Eröffnet und ins Leben gerufen wurde die Ausstellung vom deutschen Propaganda-Nazi Joseph Goebbels und Adolf Ziegler, dem Präsident der damaligen "Reichskammer der Bildenden Künste". Betroffen von den menschenfeindlichen „Säuberungen“ waren 1.400 Künstler, wie z.B. Emil Nolde, Ernst Barlach, Marc Chagall, Paul Klee und Otto Dix.

Als "Entartete Kunst" galten im NS-Regime alle Kunstwerke und kulturellen Strömungen, die mit dem Kunstverständnis und dem Schönheitsideal der Nationalsozialisten nicht in Einklang zu bringen waren: Expressionismus, Impressionismus, Dadaismus, Neue Sachlichkeit, Surrealismus, Kubismus oder Fauvismus. Das sind Kunstrichtungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Das Wort „entartet“ sollte deutlich machen, dass die Kunstwerke von Menschen stammten, die angeblich nicht „normal“ waren. Auf großen Schrifttafeln wurden Lügen über die Künstler verbreitet, zudem religiöse und politische Bekenntnisse wie z.B. zum Judentum oder Kommunismus als "Übel" angeprangert und sie als geisteskrank bezeichnet. Mit Begrifflichkeiten die in Deutschland fast einem Todesurteil gleich kamen. Die Kunstwerke wurden außerdem mit Zeichnungen geistig behinderter Bürger gezeigt und mit Fotos verkrüppelter Menschen kombiniert. Sie sollten bei den Besuchern Abscheu und Beklemmung erregen.

Der Angriff auf die Moderne und ihre Vertreter betraf auch Literatur, Film, Theater, Architektur oder Musik. Moderne Musik wie der Swing wurde auf der am 24. Mai 1938 eröffneten Ausstellung "Entartete Musik" ebenso barbarisch denunziert wie die Musik von international renommierten Komponisten wie Hanns Eisler, Paul Hindemith oder Arnold Schönberg. - Die deutsche Perversion der Kunst- und Kulturfreiheit nahm ihren traurigen Lauf.

Das o.g. Gesamtverzeichnis finden Sie hier
www.geschkult.fu-berlin.de/e/db_entart_kunst/index.html
 
1  
 
Termine

01.09.2010
Art-Transmitter am 12.9. in Südluxemburg "vor Ort"
Regionalmitarbeiter informiert an Stand auf dem 5. Kulturfestival Remich
Remich/Luxemburg. Nach dem gut besuchten Art-Transmitter-Stand auf dem 20. Internationalen Kunstfest am 23. Juni im Ardennenort Lellingen nahe Belgien mehr
24.08.2010
Kulturfest im Künstlerhof zum grünen Bären
4. September Sommerfest mit Finissage und Vernissage
Greifenstein-Allendorf. Drei Dinge sind es, die am 4. September 2010 im Künstlerhof zum grünen Bären im hessischen Greifenstein-Allendorf gefeiert wer mehr
19.08.2010
„Gefühle in Acryl“ beim 22. NRW-Selbsthilfetag 04.09.2010
Art-Transmitter-Künstlerin bietet Kurs beim Bochumer Selbsthilfetag an
Bochum. Am 4. September 2010 bietet Art-Transmitter-Künstlerin Annette Wilke (Iserlohn) auf dem 22. Selbsthilfetag des LPE NRW e.V. "Der Freak u mehr