Nachrichten
Ringelnatzabend zeigte Wichtigkeit von „Outsider“-Kunst
03.07.2010
Ringelnatzabend zeigte Wichtigkeit von „Outsider“-Kunst
Sympathischer integrativer Kulturabend im Malclub-Saar
Saarbrücken. Spannend war die dritte Ausgabe der Saarbrücker Kultursoirée von und mit Autor Gangolf Peitz und Gitarrist Thomas Ehrler -beide auch in der Sozial- und Selbsthilfearbeit tätig- vergangenen Freitag im historischen Saarbrücker “Alten Casino“ beim Malclub-Saar. Um 18.30 Uhr hieß es dort: „Der große J.R. - Ringelnatzvariationen“. Peitz las bekannte und unbekannte Gedichte des Altmeisters, plus eigene Mundartvariationen wie „De Bumerang“, “Iwwerall“ oder „Lustisch babbelt“, musikalisch interpretiert von Ehrler z.B. mit seiner „Ode auf Ringelnatz“. Auch ein Portrait über Hans Bötticher, der nach „35 Berufen“ 1919 zum erfolgreichen „Outsider“-Dichter und -Maler wurde und fortan als Joachim Ringelnatz mit Ausstellungen, Lesungen und Auftritten bis zum Beginn der Nazidiktatur durch Deutschland tourte, fehlte nicht. Die elementare Wichtigkeit und Wertigkeit freien Kulturschaffens für alle Menschen kam am Abend betont zur Diskussion.

Trotz Sommerhitze und Fußball-WM erlebte man hier einen erfolgreichen Abend, zu dem selbst aus Frankreich ein Besucher angereist war. Interessant ist bei der Reihe, dass hier immer auch Newcomer, - Autoren und Künstler mit (meist psychischen) Handicaps vorgestellt werden, um Ihnen „Starthilfe“ und Integrationsmöglichkeit zu sein und allgemein jedem interessierten Bürger Informations- und Gesprächsmöglichkeit rund ums Thema Kreativität und seelische Gesundheit anzubieten. Gerade Antistigma-Arbeit dieser Art erscheint überdies wichtig und wirksam. Hatte man im Mai entsprechend Liedermacher Patric Ludwig im Vorprogramm, so wurden diesmal mit Gertrud Hessedenz und Vinzenz Lamm zwei Saar-Künstler aus dem Kunstprojekt „Art-Transmitter“ vorgestellt und vier ihrer neusten Aquarelle am Infostand gezeigt. Der Saarländische Rundfunk berichtete am 2.7. vormittags auf SR 3 exponiert über diesen Ringelnatzabend und auch die Saarbrücker Lokalpresse wies aktuell auf den besonderen integrativen Charakter dieser Kultur- und Selbsthilfearbeiit hin.
Die Förderung der gehandicapten Künstler (mit Fahrthilfen, Coaching, Präsentationskosten, Werbematerial, Pressearbeit etc.) gelingt mit freundlicher Unterstützung von gesetzlichen Krankenkassen, vor allem der BKK-Betriebskrankenkassen in bewährter Kooperation mit der saarländischen Selbsthilfegruppe „SeelenLaute“. Für 2011 hat man weitere Hilfen schon angeboten.

Für Freitag, 3.Dezember 2010, 19.30 Uhr ist in Saarbrücken beim Malclub-Saar im "Alten Casino", Hochstraße 63 ein abschließendes Weihnachtsspecial unter dem Titel „Advent, Advent!“ in Vorbereitung. Eintritt im Vorverkauf 8 €, Abendkasse 10 €, für Gäste mit Handicaps, Senioren und Geringverdienende nur 5 €. Platzreservierung/Anmeldung möglich unter Tel. 0178 2831417 und pg-shg@t-online.de
www.art-transmitter.de/index.php?tp=309®ion=16&artist=182
„Vergissmeinnicht“ - Einblicke ins Anstaltsleben um 1900
01.07.2010
„Vergissmeinnicht“ - Einblicke ins Anstaltsleben um 1900
Neue Ausstellung ab 7. Juli im Museum Sammlung Prinzhorn
Heidelberg. Am 7. Juli 2010 eröffnet um 19.00 Uhr die neue Ausstellung im Heidelberger Museum Sammlung Prinzhorn. Zu sehen sind zum einen die „Einblicke ins Anstaltsleben um 1900“ aus der Sicht der Künstlerpatienten jener Zeit, zusätzlich wird die Kabinettausstellung bis 31. Oktober verlängert: „Bilder einer Zwangssterilisierung“ - Wilhelm Werner (1898-1940)

„Herrn Dr. Printzhorn, so sieht es in mir aus“: Das Museum präsentiert erstmals in großem Umfang Selbstzeugnisse aus ihrem historischen Fundus, die den Alltag in psychiatrischen Anstalten widerspiegeln. Über 120 Exponate, darunter Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Textilarbeiten und Briefe, bieten einen nahe gehenden Einblick in das Leben der Internierten. Gezeigt werden Arbeiten von etwa 60 Männern und Frauen aus rund 30 verschiedenen Anstalten im Zeitraum von 1895 bis 1925. Dabei sind nicht nur berühmte „Klassiker“ zu sehen, sondern auch zahlreiche Werke, die noch nie zuvor ausgestellt waren. Roter Faden durch die Ausstellung ist der immer wiederkehrende Wunsch, nicht in Vergessenheit zu geraten: „Vergissmeinnicht“.

2008 konnte die Sammlung Prinzhorn eine einzigartige Bildserie erwerben. Der Autor Wilhelm Werner (1898-1940) lebte seit 1919 in der Anstalt Werneck. Der Überlieferung nach zeichnete er die Blätter zwischen 1934 und 1938 nach seiner Zwangssterilisierung. Die Erfahrung der entwürdigenden, unmenschlichen Behandlung durch die deutsche Nazimedizin setzte er in beeindruckend phantasievolle und eigenständige Bilder um. Zwei Jahre später wurde Werner Opfer der barbarischen NS-“Euthanasie“. Zusätzlich werden hier Werke von Patientenkünstlern der Sammlung gezeigt, die zwischen 1940 und 1945 ebenfalls als „lebensunwert“ in Deutschland ermordet wurden.

Beide Ausstellungen können bis 31. Oktober 2010 besichtigt werden.
Sammlung Prinzhorn, Voßstraße 2, D-69115 Heidelberg
Tel: 0049 (0)6221 / 56-44 92
Geöffnet: Di bis So, 11-17 Uhr, Mi 11-20 Uhr, Mo geschlossen
www.prinzhorn.uni-hd.de
„Irrlichter“ in Weimar
30.06.2010
„Irrlichter“ in Weimar
Kunstfest vom 20.08.-12.09.2010
Weimar. „Irrlichter“ ist das Motto des diesjährigen Kunstfestes Weimar. Vom 20. August bis zum 12. September dreht sich dort alles um Kunst und Wahn, verrückte Herrscher, Mondsüchtige und Narren. Auf der Austellung „art/brut: gugging classics.!“ werden Künstler aus Gugging präsentiert, welche zu den wesentlichen Vertretern der Art Brut zählen. Eine Kunst, die man häufig bei gesellschaftlichen Außenseitern oder in einem psychatrischen Kontext findet. Die Ausstellung umfasst rund 120 Werke, unter ihnen August Walla, Oswald Tschirtner und Johann Hauser.
Doch in erster Linie definiert sich das Weimarer Kunstfest als Musikfest mit dem Romantiker Franz Liszt im Vordergrund. Seine Werke werden von Boris Berezowsky und Valery Afanassiev gespielt, zwei der namenhaftesten Pianisten unserer Zeit, darunter auch das Stück „Irrlichter“, welches dem siebten Kunstfest sein Motto gab. Ebenfalls zum Programm gehören Tanz, Film und Literatur, die alle keine Schwierigkeiten damit haben werden, dieses Thema abzubilden.

Weitere Informationen finden Sie unter
www.kunstfest-weimar.de
Termine

20.11.2017
22.11. galerie gugging
Vernissage "Navratils Künstlergästebuch“
Maria Gugging (Österreich). Die Eröffnung der Ausstellung „Navratils Künstlergästebuch“ findet am 22. November 2017 um 19.00 Uhr statt und ist bis 14. mehr
15.11.2017
Pop-Up Outsider Art in Rotterdam
Dezember 2017 neues Museum
Rotterdam (Niederlande). In Rotterdam eröffnet Stichting Cultureel Rijk ein temporäres Museum der Outsider Art. „The Pop-Up Grow Big Museum“ zeigt im mehr
02.11.2017
„Kunst und Psychiatrie“-Symposion am 15.11. in Echternach

Echternach (Luxemburg). Wie PSYCHART asbl aus Luxemburg mitteilt, veranstaltet man ein 6. Symposion „Kunst und Psychiatrie“ am 15. November 2017 von 1 mehr