Nachrichten
22.11.2011
Deutsche Verbrechen an behinderten Menschen nie vergessen
Antrag für Ort der Erinnerung und Information vom Kulturausschuss
Berlin. Der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages habe mit seiner Unterstützung für einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Erinnerungs- und Dokumentationsarbeit bezüglich der deutschen Nazi-Verbrechen an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ein Signal gegen das Vergessen gesetzt, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Hubert Hüppe in einem Statement das zum November veröffentlicht wurde.

Er sagte klar, dass während der Zeit der Nazi-Diktatur hunderttausende Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in ganz Europa systematisch erfasst, für medizinische Versuche missbraucht, zwangssterilisiert und ermordet wurden. „Sie waren die ersten Opfer des Gewaltregimes der Nationalsozialisten. Wegbereiter des Terrors gegen behinderte und psychisch erkrankte Menschen war ein Gedankengut, das zwischen lebensunwerten und lebenswerten Menschen unterschied“, betonte Hubert Hüppe und verwies auf eine Unterstützung der Eugenik in Wissenschaft, Politik, (Religion, - die Red.) und Gesellschaft, die sich weit vor Beginn der Nazi-Diktatur in Deutschland verbreitete.

Der beschlossene Antrag greife diesen Aspekt auf, indem er neben einem würdigen zentralen Ort der Erinnerung in der Tiergartenstraße 4 in Berlin fordere, über die Nazi-Verbrechen zu informieren und bestehende Defizite in der Aufarbeitung und Erforschung des Unrechts öffentlich aufzugreifen, erläuterte der Behindertenbeauftragte. „Jetzt kommt es darauf an, den Antrag zusammen mit den Betroffenen und ihren Verbänden in diesem Sinne umzusetzen und der Information neben dem Gedenken breiten Raum zu verschaffen“, verdeutlichte Hüppe.
TheA: für Verrückt-Normale und Normal-Verrückte
18.11.2011
TheA: für Verrückt-Normale und Normal-Verrückte
Künstlerisches Begegnungszentrum in München
München. Das TheA in München-Haidhausen ist Theaterbühne, Atelier, Austausch- und Rückzugsort in einem. Seit 1997 treffen sich hier kunst-interessierte Menschen mit psychischen Problemen, ausgebildete KünstlerInnen und andere Interessierte in Projektgruppen oder nutzen die offenen Angebote. Die in Bayern einzigartige Tagesstätte ist ein Ort, um gemeinsam kreativ zu arbeiten. Zahlreiche Kulturveranstaltungen bringen der Öffentlichkeit das vielgestaltige künstlerische Werk der „psychischen Grenzgänger“ nahe. Dass gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten eine positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele haben, ist heute unumstritten. Im TheA steht die Kunst, gepaart mit Humor, im Mittelpunkt des Geschehens.

Entstanden ist das TheA aus dem Künstlerprojekt Kultur auf Rädern, das seit 1988 mobiles Theater in soziale Einrichtungen bringt. Die Cafeteria RoManisches Café ist das kommunikative Herzstück von TheA. Hier können sich TeilnehmerInnen austauschen, engagieren und zum Selbstkostenpreis Getränke und Kleinigkeiten zu sich nehmen.

Träger des TheA ist Mensch-Kunst-Leben e.V., der dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angerschlossen ist. Das TheA wird vom Bezirk Oberbayern finanziert. Mit Ausstellungen, Konzerten, Maskenperformances und Theateraufführungen geht man nach "draußen". Zu den bisherigen Höhepunkten zählten die Ausstellungen in den Räumen der Regierung von Oberbayern, im Lokschuppen Rosenheim, Aufführungen im Cuvilliéstheater, im Alten Rathaussaal, auf dem Festival Haar und bei den grenzgänger theatertagen im TamS. Mit seinem innovativen Ansatz hat sich das TheA in München einen festen Platz erobert. Es erfährt eine breite Akzeptanz von den TeilnehmerInnen, öffentlichen Institutionen, sozialen und medizinischen Einrichtungen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern.
15 Atelierplätze konnten in den vergangenen Jahren auf 40 erweitert werden, die etwa 100 Kunstschaffende im Monat nutzen. Zusammen mit Rotraut Fischer ist der Bildhauer und Kunsttherapeut Hans Blersch für den Bereich Bildende Kunst verantwortlich.

Kontakt und weitere Informationen:

TheaterAtelier
Leitung Carola Wisnet & Cornelia von Gosen
c/o Mensch-Kunst-Leben e.V.
Seeriederstraße 4, D-81675 München
Tel. 089.41 90 17 08
thea@mensch-kunst-leben.de

RoManisches Café in der Seeriederstraße 16, München
Kontakt: Tanja Sontheim, Tel. 089.41 90 28 59
www.theateratelier-muenchen.de
„SeelenLaute arts & lyrics“ neu erschienen
14.11.2011
„SeelenLaute arts & lyrics“ neu erschienen
Saarländische Selbsthilfezeitschrift stellt auch Jahresprogramm 2012 vor
Saarbrücken. Die fünfte Ausgabe der Selbsthilfezeitschrift „SeelenLaute“ aus dem Saarland ist mit Novemberbeginn erschienen. Das handliche Heft in professionellem Layout und mit qualifizierten Beiträgen von mehrheitlich BetroffenenautorInnen schreibt „kritisch, unabhängig, anders“. Inhaltlich wurde das Format weiter künstlerisch fokussiert, das Blatt heißt jetzt „SeelenLaute arts & lyrics“, womit man eine publizistische Lücke schließt, zumal hier Bürgerinnen und Bürgern mit Psychiatrieerfahrung eine wichtige Stimme gegeben wird.

Spannend liest sich in SL 5 beispielsweise der literarische Nachtstreifzug mit Autor Liam Ducray durchs Bahnhofsgelände. Großen Raum nimmt der Fotobericht zum erfolgreichen saarländischen kulturellen Selbsthilfetag 2011 in der Stadthalle Merzig ein. Die Saarbrücker Künstlerin Gertrud Hessedenz wird portraitiert, neue Aktivitäten beim Waderner Hofgut Per la Vita werden vorgestellt, wie auch das Selbsthilfe SeelenLaute-Programm für 2012. Besondere Lyrik, Berichte und Nachrichten aus den „Outsiderkünsten“, sowie aktuelle regionale Informationen über Angebote alternativer Selbsthilfearbeit für seelische Gesundheit laden zu interessanter Lektüre ein.

Herausgeber der über die Saarlandgrenzen gelesenen kleinen beliebten Zeitschrift ist die gleichnamige Landesassoziation kultureller Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener, die über den Bundesverband BPE e.V. satzungsbestimmt und gemeinnützig ist.
Die Selbsthilfeinitiative bietet u.a. in Saarbrücken ein Monatstreffen an, ist das ganze Jahr bei diversen Veranstaltungen präsent, pflegt gute Kontakte mit dem „ganz normalen“ Kulturbetrieb, bietet in 2012 einen neuen Onlineprojekt-Dienst an und engagiert sich auch per intensiver Öffentlichkeitsarbeit um Vorurteilsabbau, Entstigmatisierung und Inklusion für mehr seelische Gesundheit. Dazu ist im neuen Jahr auch ein großer Kulturabend mit Kabarett, Musik und Lesungen verschiedener populärer AutorInnen und KünstlerInnen geplant.

Die landesweit arbeitende, ehrenamtlich organisierte Selbsthilfe SeelenLaute wird von GKV und Gesundheitsministerim unterstützt, ist aber immer auch auf Spendengelder zugunsten der vielfältigen Gesundheitsarbeit von Betroffenen für Betroffene angewiesen. Das Spendenkonto hierzu lautet: SH SeelenLaute, Konto 450063292 bei der KSK Saarlouis (BLZ 59350110).

Heft „SeelenLaute arts & lyrics“ Nr. 5 gibt’s für 2,50 Euro, zzgl. 1,50 Euro Versandkosten (per Vorauszahlung in Briefmarken oder bar) bei: Selbsthilfe SeelenLaute Saar, c/o G. Peitz, Lindenstraße 21, D-66359 Bous.

Auch die lokale Presse berichtete zum Erscheinen der neuen Zeitschriftenausgabe, wie z.B. der saarländische Wochenspiegel mit dem Artkel im nachfolgenden link. Neue allgemeine SeelenLaute-Informationen gibt´s im Internet immer aktuell auf www.art-transmitter.de. Hier das Selbsthilfe SeelenLaute-Jahresprogramm 2012 als Flyer für weitere Informationen (PDF)
www.wochenspiegelonline.de/content/nachrichten/gemeinden/article/arts-lyrics/
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Art-Transmitter 5. August wieder in Luxemburg-Stadt
Erneute Standpräsenz bei Open Air-Galerie Konscht am Gronn

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06.07.2018
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Bis 23.9. in Brüssel
COLLECTION #3 bei Art & Marges
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