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Bundessozialgerichtsurteil stellt Wahlfreiheit für Betroffene im Persönlichen Budget klar
27.03.2012
Bundessozialgerichtsurteil stellt Wahlfreiheit für Betroffene im Persönlichen Budget klar
Wolfgang Hüppe, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert Kostenträger zur Einhaltung auf
Berlin, Kassel, Saarbrücken. Wie die Saarbrücker Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben (ASL) gemeinsam mit der Pressestelle von Selbsthilfe SeelenLaute Saar mitteilt, weist der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Wolfgang Hüppe, in einer diesbezüglichen Presseinformation betont auf das Urteil des Bundessozialgerichts vom 30. November 2011 hin. Das Gericht habe klargestellt, "dass Leistungen für behinderte Menschen dem Menschen folgen und nicht umgekehrt". Dies ist nach Ansicht Hüppes ein deutliches Signal für mehr selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Handicaps. Menschen mit Behinderung können nach der Klarstellung des Bundessozialgerichts nicht mehr mit dem Hinweis abgespeist werden, ein Persönliches Budget z.B. zu Werkstattleistungen ohne Anbindung an eine Werkstatt für behinderte Menschen sei vom geltenden Recht nicht gedeckt. „Die Kostenträger sind jetzt gefordert, den berechtigten Wünschen der behinderten Menschen zu folgen“, erklärte Hüppe. Das oberste deutsche Sozialgericht hat in der Urteilsbegründung ausdrücklich die Bedeutung des Persönlichen Budgets nach § 17 SGB IX hervorgehoben. Es sei nicht bloß eine Form der Leistungserbringung. Menschen mit Behinderung sollen notwendige Leistungen selbst bestimmen und sich frei verschaffen können.

Im Saarland wurde die Nachricht beim Landesamt für Soziales (LAS) bzgl. der von diesem Kostenträger begonnenen Einschränkungen der Wahlfreiheit in ähnlich gelagerten Fällen zur Kenntnis genommen. Betroffene, Angehörige, Selbsthilfeverbände (darunter Selbsthilfe SeelenLaute Saar, Unabhängige Psychiatrieerfahrene Saarbrücken sowie leitende Vertreter der LAG PE Saar im Bundesverband BPE e.V.) und Experten forderten über die ASL die Verwaltungsstelle in Saarbrücken auf, noch bestehende Ablehnungsbescheide umgehend zurückzunehmen und Behinderte im Saarland nicht vor Gericht zu zwingen. Das regionale Amt solle die beschriebene Wahlfreiheit im Persönlichen Budget generell anerkennen und einhalten, da gesetzliche Regelung und Rechtsprechung hier eindeutig seien.

Nach vehementen Beschwerden und rechtsanwaltlicher Intervention hatte das Amt Anfang März bereits einige Ablehnungsbescheide zurück genommen. Der Direktor des Hauses hat nun eine neue Prüfung angekündigt, meint aber immer noch, (die) Fälle nach Entscheidung des Amtes (somit gegen den Willen Betroffener) bescheiden zu können, was nach wie vor das Grundprinzip der Wahlfreiheit im Persönlichen Budget „auf den Kopf stellt“, wie es Behindertenvertreter mit Bedauern und erneuter Kritik bewerteten. In diesem Zusammenhang soll das Amt jetzt zu einem Gespräch beim Landesbehindertenbeirat eingeladen werden. Rechtliche Grundlagen sowie menschlich-ethische und gesellschaftliche Dimension des Umgangs mit Menschen mit Behinderung übers Persönliche Budget sollen verstärkt verdeutlicht werden.

Die Europäische Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in der Psychiatrie e.V. unterstützt im Sinne der Betroffenen die saarländischen und bundesweiten Bemühungen in der realen Umsetzung des Persönlichen Budgets, gerade auch für Künstlerinnen und Künstler mit Behinderung, als sinnvolle und nachhaltige Hilfe zur Teilhabe am gemeinschaftlichen und kulturellen Leben sowie in der Teilhabe am Arbeitsleben.
Kulturprogramm 2012 auf Hofgut PER LA VITA gestartet
26.03.2012
Kulturprogramm 2012 auf Hofgut PER LA VITA gestartet
Kreativkurse, Lesungen, Vorträge, Open Air-Kultur-Selbsthilfetag und mehr
Wadern. Das in einer der schönsten Ecken des saarländischen Hochwaldes gelegene Waderner Hofgut Per la Vita, ein alternatives, betroffenenorientiertes Therapie- und Hilfsprojekt für Mensch und Tier, das sich als ambulantes Zentrum vor allem um Bürgerinnen und Bürger mit psychischen Handicaps bemüht, hat sein allgemeines Jahresprogramm 2012 gestartet. Neu sind Gitarrenkurse, erweitert wurden die beliebten Kunst- und Literaturseminare, dann gibt es einen Architektur- sowie einen spannenden landeskundlichen Vortrag „Israel –damals und heute“, und im Laufe des Jahres soll der Hofladen (geplant später mit Cafébetrieb) eröffnet werden.

Mehrere der Veranstaltungen laufen in Zusammenarbeit mit Selbsthilfe SeelenLaute Saar. Am 9. Juni findet hier auf einer Freiluftbühne unter dem Titel „Alle Augen zählen“ mit dem 4. SeelenLaute-Fest der Saarländische kulturelle Selbsthilfetag für seelische Gesundheit 2012 als großes Sommerfest-Open-Air statt, u.a. in Zusammenarbeit mit dem europäischen Kunstprojekt Art-Transmitter. Künstler, Autoren und Referenten aus ganz Deutschland konnten hierzu engagiert werden. Am Gründonnerstag, 5. April 2012 ist ab 15 Uhr der Saarbrücker Autor Gangolf Peitz mit der dritten Folge seiner Lesung „Frühling à la Peitz“ auf dem Hof zu Gast. Der Eintritt ist frei, auf dem Literaturtisch liegt dann auch das Jahresprogramm aus. Zu allen Veranstaltungen ist die Bevölkerung herzlich eingeladen.

Veranstaltungsort/Ansprechpartner: Fr. Silke Kulzer-Schuett, Zum Bildchen 86, 66687 Wadern-Morscholz, Tel. 0175 5214285

Informationen im Internet unter www.art-transunter.de und www.hofgutperlavita.de. Hier die Programmübersicht 2012, als pdf-Datei zum Ausdrucken, für weitere Informationen (PDF)
www.hofgutperlavita.de
Karl Hans Janke – der „Künstler-Erfinder“ von Hubertusburg
16.03.2012
Karl Hans Janke – der „Künstler-Erfinder“ von Hubertusburg
Sächsischer Verein Rosengarten e.V. betreut Nachlass und Museum
Wemsdorf. Es ist die Zeit der kühnen Visionen. Die Bevölkerung blickt nach dem Weltkrieg optimistisch in den Himmel. Sputniks und Raketen fliegen und die Gedanken der Erdenbürger sind mit ihnen. Die Besiedlung von Mond und Mars scheinen in greifbare Nähe zu rücken.
Auch in der Psychiatrie auf der romantischen Hubertusburg bei Leipzig macht sich ein Mann dazu seine Gedanken: Karl Hans Janke (geb. 21.8.1909 in Kolberg/ Pommern, gest. 15.2.1988 in Wermsdorf), ein Patient mit unzweifelhaft technischer Begabung, ein Künstler und Konstrukteur. Er bastelt, zeichnet, hält Vorträge und korrespondiert mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Von 1948 an entstehen in fast 40 Jahren bis zu seinem Tod über 4000 Werke.

Um Nachlass und Museum kümmert sich der in der Wermsdorfer Psychiatrie angesiedelte Verein Rosengarten e.V., um die wunderbare Welt, einen Teil des Oeuvres von Karl Hans Janke lebendig zu halten. Die Ausstellung "Karl Hans Janke" ist zu besichtigen im Schloss Hubertusburg, Haus 21 in D-04779 Wermsdorf (Tel.: 03 43 64 / 54 98 40)..
www.karl-hans-janke.de
Termine

24.04.2018
Art-Transmitter am 6. Mai wieder open air n Luxemburg-Stadt
Standpräsenz bei „Kunst am Grund“

Art-Transmitter am 6. Mai wieder open air n Luxemburg-Stadt

Luxemburg. Die 13. Auflage der internationalen Open Air-Gallery „Konscht am Gronn“ in Luxemburg-Stadt beginnt am 6. Mai 2018. Die Ausstellung im alten mehr
23.04.2018
« Les Peintres dans la Ville » am 2.6. in Creutzwald am See
Malwettbewerb mit kleinen Preisen
Creutzwald (Frankreich). Die lothringische Gemeinde lädt auch dieses Jahr wieder alle interessierten Künstlerinnen und Künstler zum grenzüberschreiten mehr
22.04.2018
AMEOS-Kunstpreis 2018
Preisverleihung am 26. April in Neustadt
Neustadt. Zum fünften Mal verleiht der AMEOS-Klinikkonzern seinen Kunstpreis an in den eigenen Häusern künstlerisch tätige Bewohner und Patienten. Sei mehr